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daß er seinen Herrn, der beim Klettern ausgleitet, am Seile halten muß oder ihn aus einer Gletscherspalte herauszuziehen hat…..“ (Anleitung zur Ausübung des Bergführerberufes, 1906)
Vom Naturburschen zum professionellen Risikomanager
Die Südtiroler Alpinismusgeschichte beginnt wohl mit der Erstbesteigung des Ortlers am 17.09.1804. In der Zeit danach wurden einzelne Gipfel von einheimischen Bauern und Jägern erstbestiegen. In den 50iger Jahren des 19. Jahrhunderts entstand ein „run“ auf die höchsten und bekanntesten Gipfel Südtirols, meist mit dem Auftrag genauer Vermessung für neue Karten. Einige britische Bergsteiger erforschten die Südtiroler Bergwelt und führten Erstbesteigungen, wie zum Beispiel Kesselkogel und Rosengartenspitze, durch. Ungefähr 60 Gipfel in der Ortlergruppe bestieg der österreichische Offizier Julius Payer in den Jahren 1865 bis 1868, zusammen mit dem Suldner Bergführer Johann Pinggera. In den Dolomiten erreichte der Wiener Paul Grohmann gemeinsam mit einheimischen Bergführern viele Gipfel erstmals. Als herausragender Bergführer dieser Zeit ist Michel Innerkofler aus Sexten zu nennen. Um 1870 waren die höchsten und bekanntesten Gipfel Südtirols erstbestiegen. Jetzt setzte die Gründung alpiner Vereinigungen ein, und damit auch erstmals das organisierte Bergführerwesen.
Mit der Gründung des Deutschen Alpenvereins 1869 wurden in Bozen und Niederdorf auch zwei Sektionen in Südtirol gegründet. Die Bergführer organisierten sich innerhalb des Alpenvereins und 1871 erhielt die Führerordnung Gesetzeskraft. 1873 wurden der Deutsche und der Österreichische Alpenverein zum großen Deutsch- Österreichischen Alpenverein vereinigt, in dem Bergführer ausgebildet wurden. Bis 1909 wurden in Bozen 352 Führer ausgebildet. Das Bergführerwesen erlebte bis zum ersten Weltkrieg eine gute Zeit, der Tourismus entwickelte sich und die Bergführer waren gefragt.
1923 wurde nach Kriegsende das deutschsprachige Vereinswesen verboten. Die Bergführer, die weiterhin organisiert sein wollten, schlossen sich dem Club Alpino Italiano (CAI) an. Die Bergführerkurse bis 1978 wurden ausschließlich vom CAI auf nationaler Ebene- aber oft in Südtirol- durchgeführt. Die Bergführerlizenz musste jedes Jahr über das behördliche Amt der Südtiroler Landesregierung erneuert werden. Es entstanden 2 Bergführergruppen, eine beim CAI und eine beim Alpenverein Südtirol (AVS).
1976 wurden die Südtiroler Berg- und Skiführer bei der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) aufgenommen.
Das erste Landesgesetz zur Berg- und Skiführerordnung wurde 1978 erlassen und brachte die Landesberufskammer der Berg- und Skiführer Südtirol mit sich. 1980 wurde der Verband der Südtiroler Berg- und Skiführer gegründet. Seit dieser Zeit sind die Bergführer unabhängig organisiert und führen die Aus- und Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Tourismusmarketing und Alpinwesen durch. 1991 wurde das Gesetz überarbeitet und ist bis heute gültig.
Die Südtiroler Bergführer haben international einen sehr guten Ruf, der sicherlich nicht nur durch die qualitativ hochwertige Arbeit der Bergführer und die anspruchsvolle Ausbildung gerechtfertigt ist.






